Themenwelten | Gesundheitsmanagement

Wie Sie die Fehlzeiten senken

Hohe Fehlzeiten: Was tun?

Soll in einer Abteilung das Thema Fehlzeiten nachhaltig angegangen werden, sind kurzfristige Initiativen zur Krankenquote oder gut gemeinte Zielvereinbarungen mit Führungskräften deutlich zu kurz gegriffen.

Interne Auswertungen bei Bertelsmann zeigen, dass die Fehlzeitenquoten in den Unternehmen niedriger waren, in denen die Zufriedenheit der Mitarbeiter höher war, insbesondere die Zufriedenheit mit den Arbeitsplatzbedingungen und der Führung (Netta 2011, Bertelsmann 2017). Hierbei gibt es unterschiedliche Wege, diese Themen anzugehen:

  1. Gehen Sie den genauen Ursachen von Problemen auf den Grund. Nur so haben Sie die Möglichkeit, Fehlzeiten zu beeinflussen.
  2. Nutzen Sie als Führungskraft die vorhandenen Instrumente (z.B. Mitarbeiterbefragung, Teamgespräch, Leistungs- und Entwicklungsdialog).
  3. Gehen Sie in den offenen Dialog und suchen Sie mit Ihren Mitarbeitern frühzeitig das Gespräch über Themen wie Arbeitsklima, Unter-/Überforderung, Informations- und Kommunikationsstrukturen, Beteiligungen, Freiräume oder Unterstützungsbedarf.
  4. Behalten Sie neben den krankgeschriebenen, abwesenden Mitarbeitern vor allem auch die Gesundheit der Anwesenden im Blick.
  5. Schaffen Sie ein gutes Arbeitsumfeld und achten Sie darauf, dass sich die Mitarbeiter im akuten Krankheitsfall ohne Ängste und schlechtes Gewissen regenerieren können.
  6. Gehen Sie mit gutem Beispiel voran und seien Sie ein Vorbild: Nehmen Sie sich selbst Auszeiten, wenn Sie sie brauchen und kurieren Sie Krankheiten aus.
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Fehlzeiten als Spitze des Eisbergs

Die vielfältigen Ursachen von Fehlzeiten sind komplex und liegen nur teilweise im Einflussbereich des Unternehmens und können somit nicht immer vermieden werden.

So einleuchtend der Kostenfaktor Arbeitsunfähigkeit auch ist – Fehlzeiten können nur bedingt Auskunft über Gesundheit am Arbeitsplatz geben. Denn: Nicht jeder anwesende Mitarbeiter ist auch vollkommen gesund und nicht jeder abwesende Mitarbeiter krank. Insbesondere mangelnde Motivation kann bei Fehlzeiten eine Rolle spielen („Absentismus“). Ursachen dafür können z.B. Unzufriedenheit mit der Arbeitsorganisation/-umgebung, der Führung oder den Aufgaben sein, aber auch mangelnde Bestätigung und Anerkennung, Konflikte im Team, Überlastung oder eine fehlende Identifikation mit der Arbeit. Weitere individuelle Faktoren können der eigene Gesundheitszustand, der Lebensstil oder das Alter sein. Auch familiäre oder finanzielle Gründe können für die Abwesenheit verantwortlich sein.

Eine Zunahme der Abwesenheiten ist häufig ein Warnsignal, das nicht unbeachtet bleiben sollte. Wie obenstehend erläutert, haben Fehlzeiten aber vielfältige Ursachen und sind eher Symptom, als dass sie Ursachen aufzeigen. Sie sind also das Ergebnis vorausgegangen Entwicklungen und ein Spätindikator. Um die vielfältigen Ursachen des Spätindikators Fehlzeiten zu identifizieren, betrachten Sie daher unbedingt diese zu­sätzlichen Aspekte, die Ihnen frühzeitig Hinweise auf ungesunde Entwicklungen geben (siehe auch hier).  

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Krank zur Arbeit: Präsentismus

Ein noch größeres Problem als abwesende Mitarbeiter sind Mitarbeiter, die sich krank zur Arbeit schleppen („Präsentismus“). Befragungen zufolge tun dies über zwei Drittel (68 %) der Arbeitnehmer in Deutschland regelmäßig.

Vor allem Frauen berichten davon, die Genesung auf das Wochenende zu „vertagen“ oder ihre Freizeit zum Auskurieren zu nutzen, statt sich krank zu melden (DGB-Index Gute Arbeit 2016). Die Folge sind erhebliche Produktivitätsverluste. Mitarbeiter, die trotz Krankheit zur Arbeit kommen, sind weniger leistungsfähig, machen Fehler und haben eine höhere Unfall- und Verletzungsgefahr. Bei akuten Infektionskrankheiten wie einem grippalen Infekt stecken sie eventuell weitere Teamkollegen an. Außerdem werden kleinere Beschwerden verschleppt und können zu ernsthafteren oder gar chronischen Krankheiten führen, die letztlich mit wesentlich längeren Ausfallzeiten einhergehen. Insgesamt schätzt man die Kosten für Präsentismus dreimal so hoch wie die weiter unten beschriebenen Kosten, die durch Fehlzeiten entstehen (Hemp 2004).

Doch was steckt eigentlich hinter Präsentismus? Der häufigste Grund sind das Pflicht- und Verantwortungsgefühl sowie Solidarität mit und Rücksicht gegenüber Kollegen, die bei einem Ausfall die Mehrarbeit übernehmen müssten. Aber auch die Angst vor Arbeitsplatzverlust oder erwartete berufliche Nachteile, z.B. im Hinblick auf eine Beförderung, spielen eine Rolle. Im Zweifel kommen Beschäftigte eher zu Arbeit, je angespannter die wirtschaftliche Lage des Unternehmens insgesamt ist (DGB-Index Gute Arbeit 2016Steinke & Badura 2011).

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Fehlzeiten: Ein hoher Kostenfaktor im Unternehmen

Bei dem Thema Gesundheit am Arbeitsplatz denken viele zunächst an krankheitsbedingte Fehlzeiten. Kein Wunder: Sie haben gravierende (finanzielle) Auswirkungen auf das Unternehmen.

Laut der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) belaufen sich die durchschnittlichen Kosten für einen Tag Arbeitsunfähigkeit pro Mitarbeiter auf 250 Euro (BAuA 2015). Auch bei Bertelsmann kommt so jährlich eine hohe Summe zustande. Abgesehen von den Lohnfortzahlungen (bis zu 6 Wochen zahlt in Deutschland der Arbeitgeber) und den Produktivitätseinbußen muss zusätzlicher Aufwand für Umorganisationen, Vertretungen und Einarbeitungen geleistet werden. Das wiederum fördert den Leistungsdruck und die Unzufriedenheit bei den Mitarbeitern: Ist einer krank, krankt also das ganze Team. 

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