Themenwelten

Psychische Gesundheit

Stress & Work-Life-Balance: Wenn alles zu viel wird

Der Terminkalender ist voll, das Telefon klingelt permanent, Aufträge warten, der Chef ist unzufrieden und dann hat sich auch noch das eigene Kind einen Virus eingefangen.

Wenn eine Reihe beruflicher und privater Anforderungen auf uns zukommen, geraten wir in einen Stresszustand. Zeitlich begrenzt kann Stress positiv empfunden werden, Kräfte mobilisieren und zu Höchstleistung motivieren – der sogenannte Eustress. Fühlt man sich den Anforderungen allerdings nicht gewachsen und ist immer wieder überlastet, wird Stress als negativ empfunden – auch Distress genannt.

Häufigste Stressfaktoren bei der Arbeit sind ein zu hohes Pensum, Zeitdruck, ständige Unterbrechungen oder fehlende Anerkennung. Hinzu kommt die Herausforderung, Arbeit und Familie unter einen Hut zu bringen. Dass dies langfristig negative Folgen für die Gesundheit hat, ist keine Überraschung: Erschöpfung, Schlafstörungen, Nervosität, depressive Verstimmungen bis hin zu Burnout sind typische Folgen von chronischem Stress. Aber auch Verspannungen, Rücken-, Kopf- und Magenschmerzen, Migräne, ein geschwächtes Immunsystem sowie das Herzinfarktrisiko werden durch Dauerstress begünstigt.

Stress ist darum ein zentraler Aspekt im Betrieblichen Gesundheitsmanagement: Wie können potenzielle Stressfaktoren reduziert und Ressourcen der Mitarbeiter aufgebaut werden? Dabei spielt auch eine familienbewusste Personalpolitik eine Rolle. Bertelsmann bietet hier viele Angebote an – seien es individuelle Arbeitszeitmodelle (z.B. Teilzeit), Möglichkeiten zur Flexibilisierung des Arbeitsortes (z.B. Home-Office) sowie Betreuungs- und Beratungsangebote. Im Vertiefungsbereich auf dieser Seite finden Sie konkrete Tipps zum Stressmanagement.

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Sucht am Arbeitsplatz: Ein altbekanntes Problem

Immer wieder geraten Menschen in eine Sucht von Substanzen wie Alkohol, Nikotin, Medikamenten und illegalen Drogen (stoffgebundene Abhängigkeit).

Ebenso können Abhängigkeiten von Glücksspiel, Internet bzw. Medien oder Ess-Störungen entwickelt werden (stoffungebundene Abhängigkeit). Während Rauchen und Alkoholismus am Arbeitsplatz eine der geläufigsten Süchte sind und schneller erkannt werden, bleiben andere (v.a. stoffungebundene) Suchtformen häufig unentdeckt.

Rund 10% aller Erwerbstätigen in Deutschland konsumieren Suchtmittel in missbräuchlicher Weise – Tendenz steigend. Und wer wegen Suchtmittelmissbrauch krankgeschrieben ist, ist im Schnitt dreimal so lange arbeitsunfähig wie Arbeitnehmer, die aus anderen Gründen fehlen (Badura et al. 2014). Sucht am Arbeitsplatz verursacht nicht nur persönliches Leid, sondern auch einen erheblichen wirtschaftlichen Schaden: Die Mitarbeiter fehlen häufiger, die Produktivität bzw. Qualität ist meist geringer, die Unfallgefahr für sich selbst und andere Kollegen steigt, das Betriebsklima leidet.

Das Thema Sucht ist in der Regel mit Ängsten und Scham behaftet. Ein offener Umgang ist jedoch hilfreicher, als wegzuschauen und mögliche Folgen für das Unternehmen auszublenden – zumal der Arbeitgeber gesetzlich für die Arbeitssicherheit verpflichtet ist. Bei einem Verdacht auf Suchmittelmissbrauch sollte man direkt auf den Betroffenen zugehen. Wichtig ist es, klare Regeln und Grenzen zu setzen, aber auch sensibel zu agieren und Unterstützungs- und Beratungsangebote anzubieten, z.B. die betriebliche Sozialberatung. 

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Konflikte & Mobbing: Wenn Kollegen zu Feinden werden

Überall, wo Menschen miteinander umgehen, gibt es auch Meinungsverschiedenheiten und Auseinandersetzungen. Wenn Feindseligkeiten, Hänseleien und Konflikte an der Tagesordnung sind, besteht die Gefahr, dass es zu Mobbing kommt:

einer dauerhaften, gezielten Schikanierung oder Benachteiligung von Beschäftigten. Solche ungelösten Konflikte kosten Zeit und Geld: Sie blockieren Kreativität und Motivation, fördern Fehlzeiten und hemmen ein produktives Miteinander, was wiederum Auswirkungen auf das gesamtes Betriebsergebnis hat.

Mit Konflikten richtig umzugehen, will gelernt sein. Es liegt in der Verantwortung der Führungskraft, diese proaktiv anzusprechen. Die betriebliche Sozialberatung kann dabei unterstützen, Konflikte im Team oder zwischen einzelnen Mitarbeitern zu lösen. Auch externe Personen (unabhängige Mediatoren oder Supervisoren) können herangezogen werden, welche die Konfliktparteien bei der Suche nach Kompromissen professionell begleiten und im direkten Gespräch eine Konfliktregelung bzw. -lösung entwickeln und verbindlich beschließen.

Ein konstruktiver Umgang mit Konflikten ermöglicht Entwicklungsprozesse, die bereichernd für Einzelne, Teams und das Unternehmen sind. Noch besser ist es jedoch, Konflikten vorzubeugen – z.B. durch klare Ziele und Strukturen, Beteiligungsmöglichkeiten der Mitarbeiter und einer offenen und wertschätzenden Kommunikationskultur mit „Wir-Gefühl“ statt Konkurrenzdenken.

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