Themenwelten | Gesundheitsmanagement

Wie Sie Gesundheitsmanagement umsetzen

Vorgehen im Gesundheitsmanagement

Sie wollen Gesundheit nachhaltig und erfolgreich in Ihrem Betrieb umzusetzen? Gehen Sie systematisch vor und orientieren Sie sich an den fünf Schritten des Managementzyklus.

Strukturelle Verankerung 01

Strukturelle Verankerung

Zuallererst muss das Thema Gesundheit strukturell ins Unternehmen eingegliedert werden. Bilden Sie einen schlagkräftigen Arbeitskreis, ernennen Sie Ansprechpartner für Gesundheit und/oder klären Sie die Zusammenarbeit mit internen und externen Partnern. Sie können Gesundheit auch ins Unternehmensleitbild oder in Ihre Führungsleitsätze aufnehmen. Alle diese Schritte unterstützen Sie dabei, dass das Bewusstsein für das Thema geschärft und eine gesundheitsförderliche Unternehmenskultur angeregt wird. 

Analyse 02

Analyse

Schaffen Sie die Grundlage für ein zielgerichtetes Vorgehen und analysieren Sie die Ist-Situation. Wichtige Hinweise zu Ursachen vieler Probleme bieten Ihnen Mitarbeiterbefragungen oder die psychische Gefährdungsbeurteilung. Auch Mitarbeitergespräche liefern wertvolle Informationen (z.B. Leistungs- und Entwicklungsdialoge, Team- und Wiedereingliederungsgespräche). Zusätzlich  können Sie eine Reihe weiterer Kennzahlen heranziehen, wie z.B. Altersstruktur, Fluktuation, Fehlzeiten, Arbeitsunfälle, Produktivität (z.B. Verschnitte im Druck) oder Teilnahmezahlen an bestehenden Gesundheitsangeboten. Häufig bietet es sich an, bestehende Berichte hinzuzuziehen (z.B. von Krankenkassen, dem Betriebsarzt, der Sozialberatung oder der Arbeitssicherheit) und die Zahlen mit branchenüblichen Vergleichswerten oder anderen Abteilungen zu vergleichen. Nachdem die Kennzahlen aufbereitet und mögliche Auffälligkeiten identifiziert worden sind, können Sie damit beginnen, Handlungsfelder abzuleiten.

Maßnahmenplanung 03

Maßnahmenplanung

Sind der Ist-Zustand analysiert und die Handlungsfelder ermittelt, ist es Zeit für Schritt drei: Nun müssen Sie Prioritäten setzen, Maßnahmen ableiten und mit der konkreten Planung beginnen. Die nachstehenden Fragen können Ihnen dabei helfen. Legen Sie außerdem einen Projektplan an.

  • Was ist Ihr Ziel? Was Ihre Teilziele und Indikatoren?
  • Wo liegen die besten Ansatzpunkte für Veränderungen?
  • Wo liegen die größten Probleme? Was sind mögliche Hürden?
  • Wer ist die Zielgruppe? Wie erreichen Sie diese?
  • Welche Interessengruppen müssen eingebunden werden?
  • Wie hoch ist das Budget? Gibt es Finanzierungsmöglichkeiten?
  • Wie kommunizieren und vermarkten Sie die Maßnahme?

 

 

 

Durchführung 04

Durchführung

Im vierten Schritt setzen Sie die Planung in die Praxis um. Der Erfolg Ihrer Maßnahmen erhöht sich, wenn die Mitarbeiter über das Ziel und den Nutzen informiert werden: Wozu dient die Intervention? Was wollen Sie damit erreichen? Nutzen Sie verschiedene Gelegenheiten, um auf Ihre Aktionen aufmerksam zu machen. In diesem Stadium ist es wichtig, dass Sie die Meilensteine im Blick behalten und Ziele, wenn nötig, anpassen. Sind die Maßnahmen umfangreicher und auf längere Zeit angelegt, sollten Sie Zwischenberichte verfassen, um gegebenenfalls Kurskorrekturen vornehmen.

Erfolgsbewertung / Evaluation 05

Erfolgsbewertung / Evaluation

Bei der Evaluation messen Sie die Wirkung der umgesetzten Maßnahmen und gleichen sie mit den vorab gesetzten Zielen ab. Bewerten Sie hierbei nicht nur die Zielerreichung, sondern auch den Prozess selbst und leiten Sie Learnings ab. Idealerweise wiederholen Sie die Analyse aus Schritt 2 (z.B. Analyse der nächsten Mitarbeiterbefragung), damit ein Vorher-Nachher-Vergleich möglich ist. Beachten Sie: Jeder Schritt in die richtige Richtung zählt. Machen Sie sich Ihre Erfolge bewusst und leisten Sie Berichterstattung. Idealerweise folgt auf Schritt 5 nun wieder Schritt 1 – die Planung der weiteren Vorgehensweise und Bestandsaufnahme für das nächste Projekt. An dieser Stelle  entscheiden Sie auch, ob eine bestehende Maßnahme wie gehabt weiterläuft oder ob Veränderungen vorzunehmen sind.

Erfolgsfaktoren: So gelingt’s!

Ein ganzheitliches und wirkungsvolles Gesundheitsmanagement basiert bei Bertelsmann auf acht zentralen Erfolgsfaktoren:

  1. Verankerung von Gesundheit in der Unternehmenskultur
  2. Unterstützung der Gesundheitsstrategie durch das Top-Management
  3. Gesunde Führung (siehe auch hier)
  4. Gesunde Arbeitsbedingungen und Prozesse
  5. Ergebnisorientiertes Vorgehen
  6. Vernetzung aller relevanten Akteure
  7. Befähigung und Stärkung aller Beteiligten
  8. Kontinuierliche Kommunikation
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Typische Stolpersteine überwinden

Bei der Einführung eines nachhaltigen Gesundheitsmanagements trifft man immer wieder auf Hürden und Kritiker.

  1. Keine Lust? Das wäre schade. Ein gutes Gesundheitsmanagement rechnet sich – besonders auf lange Sicht. Und das ist mittlerweile durch zahlreiche Studien nachgewiesen. Informieren Sie sich hier über alle Vorteile.
  2. Kein Geld? Ein gutes Gesundheitsmanagement muss nicht unbedingt viel kosten. Außerdem erhalten Sie an vielen Stellen finanzielle und steuerliche Förderungen (mehr hier).
  3. Keine Zeit? Das beste Vorhaben kann im Tagesgeschäft untergehen. Sehen Sie das Thema Gesundheit nicht als zusätzliche Aufgabe, sondern integrieren Sie es in die alltäglichen Abläufe. Fangen Sie mit den größten Baustellen an.
  4. Kein Personal? Holen Sie sich externe Unterstützung (z.B. durch Kranken-/Unfallversicherungen, Beratungen) und vergeben Sie ein Praktikum an Studenten des Fachgebiets - das kann den Einstieg erleichtern. Häufig finden sich außerdem interne Projektgruppen aus engagierten Mitarbeitern (mehr hier).
  5. Keine Teilnehmer? Häufig liegt der Grund dafür an der verfehlten Zielsetzung der angebotenen Interventionen und einem fehlenden Marketing. Ein Angebot ist nur so gut wie seine Kommunikation! 
  6. Keine Ahnung? Erste Hilfe bietet diese Website. Tauschen Sie sich außerdem mit anderen Verantwortlichen oder Firmen von Bertelsmann aus oder rufen Sie die Experten an. Hier finden Sie die Ansprechpartner.
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