Soziale Gesundheit

Soziale Unterstützung

Somit stellt die soziale Gesundheit einen wichtigen Teil des ganzheitlichen Gesundheitsverständnisses dar.

Wann aber empfinden wir dieses „soziale Wohlergehen“? Es beschreibt positive Gefühle, die wir in Situationen wahrnehmen, in denen wir uns anderen Menschen verbunden fühlen: Bei einem Ausflug mit der Familie, bei einem lustigen Abend mit Freunden oder nach einem erfolgreichen Projekt im Team.

Woran liegt es, dass wir diese Dinge als so angenehm empfinden? Der Mensch hat ein biologisches Bedürfnis nach positiven zwischenmenschlichen Erfahrungen. Wir suchen ganz intuitiv und unbewusst nach diesen Erlebnissen, bei denen Glückshormone wie Dopamin ausgeschüttet werden. Auch sehnt sich der Mensch von Natur aus danach, sich akzeptiert und wertgeschätzt zu fühlen – das geschieht im besten Fall durch das nahe Umfeld.

Sozialer Rückhalt fördert Ihre Gesundheit

Neben gemeinsamen Erlebnissen schweißen uns besonders Situationen zusammen, in denen wir aufeinander angewiesen sind. Wir werden es einem Freund nicht vergessen, wenn er z.B. nach einer Trennung bei uns ist. Oder wir sind dankbar, wenn der Partner für uns zur Apotheke fährt, wenn wir krank sind, oder sind froh, uns mit der Familie zu beratschlagen, ob wir lieber eine Wohnung mieten oder kaufen sollen. All diese Gesten kann man als soziale Unterstützung bezeichnen. 

Bereits die Überzeugung, dass Sie in einer Notsituation Unterstützung erhalten, kann sich auf direktem Wege positiv auf Ihre Gesundheit auswirken und wie ein Stress-Dämpfer wirken. Wichtig ist ein stabiles, verlässliches Netzwerk, von dem Sie sich akzeptiert und geschätzt fühlen – privat wie beruflich. Gerade berufliche soziale Kontakte sind dabei nicht zu unterschätzen: In Studien wurde herausgefunden, dass eine hohe erwartete Unterstützung bei der Arbeit das Depressionsrisiko deutlich senkt. Das Gefühl von Zugehörigkeit spielt eine zentrale Rolle und trägt maßgeblich zum gesundheitsförderlichen Effekt bei. Einsamkeit, soziale Isolation und Ausgrenzung können wiederum maßgebliche gesundheitsschädliche Folgen haben und zu psychischen Belastungen und Krankheiten führen. 

Die Überzeugung, dass Sie in einer Notsituation Unterstützung erhalten, kann sich positiv auf Ihre Gesundheit auswirken und wie ein Stress-Dämpfer wirken.

Stärken Sie Ihr soziales Netzwerk im Alltag

Hier finden Sie einige Tipps, wie Sie im Alltag bewusst Zeit mit Familie, Freunden und Kollegen verbringen:

  • Im Allgemeinen können Rituale sehr sinnvoll sein, um soziale Kontakte zu pflegen. Überlegen Sie gemeinsam, in welchem zeitlichen Abstand Sie sich treffen möchten und zu welchem Anlass. Vielleicht haben Sie ein gemeinsames Hobby oder finden eine Sportart, der sie zusammen nachgehen können.
  • Vereinbaren Sie Termine frühzeitig und vermerken Sie sie im Kalender.
  • Nutzen Sie Autofahrten (z.B. Arbeitsweg) für Telefonate per Freisprecheinrichtung.
  • Erledigen Sie notwendige Dinge gemeinsam mit dem Partner/der Familie, z.B. Einkaufen oder Kochen.
  • Verbringen Sie Ihre Pausen nicht alleine, sondern mit Ihren Kollegen.
  • Planen Sie feste Familienabende ein, lassen Sie den Fernseher mal aus und beschäftigen Sie sich bewusst miteinander.
  • Planen Sie am Tag mindestens eine gemeinsame Mahlzeit mit dem Partner/der Familie ein, ohne Radio oder Fernsehen.

Gesundheit ist "ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur das Fehlen von Krankheiten oder Gebrechen."