Psychische Gesundheit

Stress im Berufsalltag

Wie gestresst sind wir?

Über 60% der Deutschen fühlen sich manchmal bis häufig gestresst. Die größten Stressquellen sind demnach die Arbeit, hohe Ansprüche an sich selbst und Termine und Verpflichtungen im privaten Bereich. Die Herausforderung, Arbeit und Familie unter einen Hut zu bringen, ist besonders für Frauen ein potenzieller Stressfaktor. Bei der Arbeit selbst machen vor allem ein zu hohes Pensum, der Termindruck und Unterbrechungen des Arbeitsflusses zu schaffen. Zusätzlich belastet sie, dass ihre Arbeit häufig nicht ausreichend anerkannt wird (Techniker Krankenkasse 2016).

Die Gründe für Stress sind häufig eine Kombination aus der Arbeit, hohen Ansprüchen an sich selbst und Termine im Privatleben.

Gesundheitliche Folgen

Menschen, die unter Stress leiden, haben vermehrt auch Beschwerden auf psychischer oder körperlicher Ebene. So gehören z.B. Erschöpfung, Schlafstörungen, Nervosität und depressive Verstimmungen zu den typischen Stressfolgen. Gestresste Menschen klagen häufiger über Verspannungen, Rückenschmerzen, Kopfschmerzen bis hin zu Migräne sowie Magenbeschwerden. Da insbesondere Dauerstress die Herzratenvariabilität einschränken kann, wird auch das Herzinfarktrisiko begünstigt. Stress wird damit zu einem echten Gesundheitsrisiko – daher ist es wichtig, Gegenmaßnahmen zu ergreifen (Techniker Krankenkasse 2016).

Stressmanagement auf verschiedenen Ebenen möglich

Die Entstehung von Stress ist bei jedem Menschen aufgrund der verschiedenen Anforderungen in Beruf und Privatleben sowie dem subjektiven Empfinden unterschiedlich. Genau so individuell muss jeder Mensch für sich herausfinden, wie er Stress am besten bewältigen kann. Hier einige Tipps zur Stressbewältigung:

1. Stress vorbeugen: Optimieren Sie Arbeitsabläufe

Gut organisierte Arbeitsabläufe helfen, Stress vorzubeugen oder ihn zu reduzieren. Wo können Sie sich Unterstützung holen? Welche Aufgaben können delegiert werden? Welche Fristen sind verbindlich, welche können Sie verschieben? Eine strukturierte Prioritätensetzung kann zudem helfen, wichtige und dringliche Aufgaben zu identifizieren. Ist der Leistungsdruck am Arbeitsplatz dauerhaft nicht gut zu bewältigen, suchen Sie das Gespräch mit Ihrem Vorgesetzten. So können Sie gemeinsam nach einer Lösung suchen.

Wichtig ist es außerdem, den Raum für Privates zu schützen. Insbesondere Menschen, die im Homeoffice arbeiten, sollten eine Strategie finden, klare Grenzen zu ziehen, indem Sie sich z.B. auch zuhause feste Arbeits- und Pausenzeiten setzen.

Häufig kann dem Stress vorgebeugt werden, indem Arbeitsabläufe überdacht und optimiert werden

2. Stress reduzieren: Verändern Sie Ihre Einstellung zur Situation

Häufig wird eine Situation erst durch die eigene Bewertung zu einem Stressfaktor, z.B. wenn Sie sich zu sehr auf Details fokussieren oder die Unzufriedenheit von Kunden bzw. die Kritik vom Vorgesetzten persönlich nehmen. Das Stressempfinden hängt auch von Ihrer psychischen Widerstandsfähigkeit ab, die hilft, Krisen durchzustehen. Sie kann trainiert werden, indem man sich innerlich distanziert, die Situation sachlich betrachtet und sich bewusst macht, was gerade wirklich wichtig ist. Bleiben Sie gelassen und denken Sie positiv: Die Betrachtung bereits erreichter Erfolge motiviert für weitere Schritte.

Im Auge des Betrachters - Die innere Haltung zur Situation bestimmt mit, ob und wie sehr wir Stress empfinden

3. Stress ausgleichen: Bauen Sie Anspannungen ab

Stress gehört im gewissen Maß zu unserem Leben und zur Arbeit dazu und lässt sich nicht immer vermeiden. Um dabei dennoch die Gesundheit zu schützen und bestehende Anspannungen zu lösen, können Sie verschiedene Ausgleichsstrategien anwenden (Unger & Kleinschmidt 2014):

  • Bewegung hilft, angestaute Anspannung abzubauen und den Stress hinter sich zu lassen. Gehen Sie Ihren Hobbies nach – wenn es geht, an der frischen Luft. Auf dieser Website finden Sie viele Sportangebote, die Ihnen bei der Stressbewältigung helfen können.
  • Entspannung ist elementar für den Stressausgleich, allerdings geht sie im Alltag häufig unter. Tipp: Planen Sie Entspannungszeiten fest ein – schon wenige Minuten können helfen – und finden Sie heraus, was Ihnen persönlich guttut: Sei es Lesen, eine Tasse Tee, künstlerische Betätigung, Massagen verspannter Muskeln, ein Wellness-Aufenthalt oder Meditation. Vielleicht bietet auch Ihre Firma Entspannungsangebote zur Unterstützung von Stressbewältigung an. Tipps für Übungen zuhause finden Sie hier.
  • Im Schlaf verarbeitet der Mensch, was er tagsüber erlebt hat. Er ist daher wichtig für die Erholung von Körper und Geist. Gleichzeitig können Schlafstörungen auch ein Zeichen für erhöhten Stress sein. Informationen und Tipps für einen gesunden Schlaf finden Sie in diesem Artikel.
  • Ihr soziales Umfeld kann Ihnen helfen, den Stress zu vergessen bzw. sogar abzubauen. Die Anforderungen von Beruf und Familie wirken zwar häufig als Doppelbelastung, Treffen nach Feierabend mit Familie oder Freunden sind aber gleichzeitig eine Quelle für zusätzliche Ressourcen, die helfen, Belastungszeiten zu überwinden. Lachen, Wohlfühlen und empfundene Freude bauen Anspannungen und damit Stress ab.

Ihr Betriebssozialdienst vor Ort bietet außerdem Beratungen oder Seminare, die Sie bei Ihrer individuellen Stressbewältigung unterstützen können. Zögern Sie nicht, Unterstützung zu suchen.