Medizin

Diabetes mellitus

Was ist Diabetes mellitus?

Die Erkrankung lässt sich anhand des "Schlüssel-Schloss-Prinzips" anschaulich erklären, das unerlässlich für den Stoffwechsel und Energiehaushalt ist. Das Hormon Insulin stellt dabei eine Art "Schlüssel" dar. Dieser kann sich an die Zelle binden und so das "Schloss" zum Zellinneren öffnen. Durch die nun geöffnete Zellwand gelangt der im Blut gelöste Zucker, die Glucose, ins Innere der Zelle und kann dort verstoffwechselt werden. Bei Diabetikern ist dieser Mechanismus gestört. Im Wesentlichen wird zwischen zwei Ausprägungen der Erkrankung unterschieden - der Typ 1- und Typ 2-Diabetes.

Typ-1-Diabetes

Typ-1-Diabetes wird nach heutigem Erkenntnisstand nicht nur durch eine Genveränderung verursacht, sondern lässt sich z.B. auch auf Infektionen zurückführen. Typ-1 geht auf eine Zerstörung der insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse zurück. Dadurch fehlt es dem Körper an „Schlüsseln“, um den Blutzucker verstoffwechseln zu können. Die Krankheit beginnt meist bereits im Kindesalter und betrifft lediglich ca. 5-10% aller Diabetiker in Deutschland. Aufgrund der fehlenden Insulinproduktion ist eine lebenslange Zuführung des Hormons notwendig.

Typ-2-Diabetes

Im Gegensatz dazu mangelt es Diabetikern vom Typ 2 nicht an Insulin. Hier entsteht der erhöhte Blutzuckerspiegel durch eine zunehmende Resistenz der Körperzellen gegenüber dem ausgeschütteten Insulin. Diese Form des Diabetes macht rund 90-95% aller Erkrankungsfälle aus. Früher häufig als Alterserkrankung angesehen, erkranken heute auch zunehmend jüngere Menschen. Bei dem Typ 2-Diabetes kann die Insulinresistenz vor allem durch eine Änderung des Lebensstils positiv beeinflusst werden. Gelingt das dem Betroffenen nicht, so ist ebenfalls eine Insulinzuführung nötig. Die Symptome beginnen meist schleichend und sind eher unspezifisch (bspw. Müdigkeit und Leistungsminderung), sodass die Diagnose häufig zufällig im Rahmen von Routineuntersuchungen gestellt wird. Eine Blutuntersuchung oder ein Urinstreifentest können Aufschluss über eine mögliche Erkrankung geben. 

Bei Typ 2-Diabetes kann die Insulinresistenz vor allem durch eine Änderung des Lebensstils positiv beeinflusst werden. 

Risikofaktoren und Folgen

Da es sich bei Typ-1-Diabetes um eine Zerstörung der insulinproduzierenden Zellen in der Bauch-speicheldrüse handelt, kann die Krankheit zum jetzigen Forschungsstand noch nicht verhindert werden. Für die Entstehung von Typ-2-Diabetes spielt hingegen der individuelle Lebensstil eine entscheidende Rolle. Das sogenannte „metabolische Syndrom“ oder auch „Stoffwechsel-Syndrom“ ist oft ein Vorbote des Diabetes mellitus, bei dem verschiedene Risikofaktoren wie Übergewicht, hoher Blutdruck, kalorien-, fett- und zuckerreiche Ernährung, mangelnde Bewegung, Rauchen, ein hoher Cholesterinspiegel sowie übermäßiger Alkoholgenuss gleichzeitig auf-treten. 

Vorbeugung: So senken Sie Ihr Risiko

Beim Typ 2-Diabetes bieten sich verschiedene Ansätze zur Prävention an, wobei die Förderung eines gesunden Lebensstils im Vordergrund steht. Neben einer gesunden und ausgewogenen Ernährung ist ausreichend Bewegung ein wichtiger Faktor zur Senkung des Blutzuckergehalts. Ein Muskel, der sich bewegt, kann die im Blut gelöste Glucose direkt aufnehmen und in die Zellen schleusen, ohne auf das Hormon Insulin zurückzugreifen. Das heißt, je mehr sich Diabetiker bewegen, desto weniger Medikamente oder Insulin brauchen sie. Neben Sport (mindestens 3x die Woche für 20 Minuten) hilft es, Bewegung aktiv in den Alltag zu integrieren (z.B. Treppe statt Aufzug oder Fahrrad statt Auto). Informieren Sie sich auf dieser Seite über regionale und deutschlandweite Sport- und Bewegungsangebote sowie über Kooperationen mit Fitnessstudios. 

Neben den beschriebenen Möglichkeiten der Risikominimierung spielt die Früherkennung bei Diabetes mellitus eine wichtige Rolle. Nutzen Sie die Möglichkeiten der Früherkennung im Rahmen des Check-Ups 35 bei Ihrem Haus- oder Betriebsarzt. Die Kosten der Untersuchung werden für Personen ab 35 Jahren alle zwei Jahre von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. 

Nutzen Sie die Möglichkeiten der Früherkennung im Rahmen des Check-Ups 35 bei Ihrem Haus- oder Betriebsarzt. 

Sollten Sie bereits an Diabetes vom Typ 1 oder Typ 2 leiden, bieten viele Krankenkassen sogenannte „Disease Management Programme“ an. Durch diese „Chronikerprogramme“ werden strukturierte Behandlungen sowie eine fachübergreifende Zusammenarbeit der behandelnden Ärzte angestrebt. Darüber hinaus sind Vorsorgeuntersuchungen beim Augenarzt sowie Diabetesschulungen Teil des Disease Management Programms. 

Weitere Informationen finden Sie auf der Seite der Deutschen Diabetes Hilfe.

Neben einer gesunden und ausgewogenen Ernährung ist ausreichend Bewegung ein wichtiger Faktor zur Senkung des Blutzuckergehalts.