„Den Führungskräften kommt eine entscheidende Bedeutung im Gesundheitsmanagement zu. Sie gestalten das direkte Arbeitsumfeld, fördern und unterstützen ihre Mitarbeiter und können als Vorbild dienen.“

Dr. Immanuel Hermreck | Vorstand Personal der Bertelsmann SE & Co. KGaA

„Die Erhaltung der Gesundheit am Arbeitsplatz hat immer auch etwas mit aufmerksamer Führung zu tun. Gerade im gewerblichen Umfeld sind körperliche und einseitige Belastungen an der Tagesordnung. Dabei ist es entscheidend, dass die Führungskraft im Rahmen ihrer Fürsorgepflicht im Austausch mit den Mitarbeitern auf angemessene Arbeitsbedingungen achtet, entsprechende Arbeitsmittel zur Verfügung stellt und für entsprechende Arbeitsabläufe sorgt."

Helmut Gettkant | Vorsitzender des Konzernbetriebsrates von Bertelsmann

"Gesundheit ist auch eine Führungsaufgabe: nur, wenn die Team-Verantwortlichen sich um die Gesundheit ihrer Mitarbeiter kümmern, kann ein in der Unternehmensspitze beschlossenes Gesundheitsmanagement auch "unten" bei den Mitarbeitern ankommen. Dazu muss das Thema Gesundheit Teil von Zielvereinbarungen und somit bonusfähig werden."

Kai Brettmann | Vorsitzender des Konzernbetriebsrates der Mediengruppe RTL Deutschland | Vorsitzender des Europäischen Betriebsrates der RTL Group

Führung

Der Mehrwert gesunder Führung

Wie sichern Führungskräfte den Erfolg, die langfristige Leistungsfähigkeit, die Innovationskraft sowie die Kreativität ihres Teams heute und in Zukunft? Seit jeher ist sich Bertelsmann der Bedeutung seiner Mitarbeiter sehr bewusst: Ihre Motivation, ihre Kreativität und ihre Fähigkeit, innovative Lösungen zu finden, machen den Erfolg des Unternehmens überhaupt erst möglich. So einen Einsatz kann aber nur zeigen, wer sich körperlich und seelisch wohl fühlt. Mitarbeiter, die ihre Leistungsfähigkeit nicht voll ausschöpfen können oder gesundheitsbedingt häufig fehlen, beeinflussen sowohl den Team- als auch den Unternehmenserfolg. Ein gesundheitsförderliches Führungsverhalten ist daher für die aktuellen Unternehmensaktivitäten und das angestrebte Wachstum von zentraler Bedeutung – gerade vor dem Hintergrund wirtschaftlicher Veränderungen wie bspw. der zunehmenden Arbeitsverdichtung.

Interne Studienergebnisse bei Bertelsmann zeigen, dass ein wertschätzender und vertrauensvoller Umgang seitens der Führungskräfte die Arbeitszufriedenheit der Mitarbeiter steigert. In der Folge werden diese seltener krank. Zudem engagieren sich Mitarbeiter, die ein gutes Verhältnis zu ihrer Führungskraft haben, häufiger auch über das geforderte Maß hinaus und identifizieren sich stärker mit dem Unternehmen. Dies wirkt sich wiederum nachweislich positiv auf die Unternehmensergebnisse aus (Netta 2011).

Die besondere Rolle der Führungskraft

Die Rolle der Führungskraft zeichnet sich durch eine Vielzahl von Managementaufgaben aus: Planung, Organisation, strategische Entscheidungen, Teamführung und die Gestaltung von Kommunikation. Führungskräfte haben eine besondere Fürsorgepflicht für ihre Mitarbeiter. Sie verpflichten sich den bei Bertelsmann festgeschrieben Führungsleitsätzen und tragen damit u.a. zur Entwicklung, Motivation, Kreativität und Eigenständigkeit ihrer Mitarbeiter bei. Die Qualität der Beziehung zwischen Führungskraft und Mitarbeiter bestimmt damit maßgeblich auch die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter (Zok 2011).

Durch ihren Einfluss auf Arbeitsabläufe und das soziale Miteinander nehmen Führungskräfte eine Schlüsselrolle in Bezug auf eine gesundheitsgerechte Arbeitsgestaltung ein. Ihrer Position entsprechend sind sie in der Lage, Potentiale und Fähigkeiten, aber auch Über- oder Unterforderungen ihrer Mitarbeiter zu erkennen und haben die Möglichkeit, Maßnahmen einzuleiten, welche zur Stressbewältigung, zum Ressourcenaufbau oder zur Förderung des Wohlbefindens beitragen.

Voraussetzung dafür ist, dass Führungskräfte über entsprechende Gesundheitskompetenz verfügen. Das heißt, dass sie die Faktoren kennen sollten, die auf ihre eigene Gesundheit und auf die Gesundheit ihrer Mitarbeiter Einfluss nehmen können. Darüber hinaus gilt es, die Fähigkeit zu schulen, Belastungssituationen zu erkennen und Gegenmaßnahmen in die Wege zu leiten. Denn nur, wenn eine Führungskraft weiß, was unter einem gesundheitsfördernden Verhalten und was unter gesundheitsförderlichen Verhältnissen zu verstehen ist, kann ein gesundes, leistungsfähiges und kreatives Team entstehen.

Was Gesundheitskompetenz bedeutet, ist durch die "Kriterien gesunder Führung" definiert, die die Bertelsmann Health Community und die Bertelsmann University entwickelt haben und im Download-Bereich oben rechts angefordert werden können.

Doch wie kann solch eine gesunde Führung im Marathon des beruflichen Alltags nun aussehen? 

Gesunde Führung im beruflichen Alltag

Eines gleich vorweg: Sein Führungsverhalten gesund auszurichten und Arbeitsverhältnisse gesund zu gestalten, muss keinen Mehraufwand bedeuten. Stattdessen finden sich im Alltag einer Führungskraft eine Reihe von Ansatzpunkten, die sich leicht um den Gesundheitsaspekt ergänzen lassen. Dazu gehören etwa Prozessoptimierungen, die Auswertung von Kennzahlen, die Begleitung von Change-Prozessen oder die Durchführung von Meetings. Im Führungsalltag sind es tatsächlich oftmals die kleinen Dinge, die zu großen Veränderungen und zu einem beidseitig konstruktiven Umgang mit dem Thema Gesundheit beitragen können. Eine Vielzahl an Studien und wissenschaftlichen Modellen belegen, dass folgende Faktoren maßgeblich für ein gesundes Führungsverhalten sind und daher im Führungsalltag berücksichtigt werden sollten:

  1. Anerkennung, Lob und Wertschätzung
  2. Interesse, Aufmerksamkeit und soziale Unterstützung
  3. Beteiligungsmöglichkeiten und eine regelmäßige Kommunikation
  4. Stimmung und Betriebsklima
  5. Transparenz und Offenheit
  6. Fähigkeit, Belastungssituationen bei sich und anderen zu erkennen und entsprechende Maßnahmen zum Ressourcenaufbau oder Belastungsabbau zu veranlassen

Da es von zentraler Bedeutung ist, die Aspekte eines gesunden Führungsverhaltens zu kennen und eine Gesundheitskompetenz zu entwickeln, wurde zwischen Vorstand und Konzernbetriebsrat vereinbart, das Thema Gesundheit als Aspekt guter Führung in allen nationalen Führungskräftequalifizierungen zu integrieren (siehe Konzernmindeststandards Gesundheit).

Die Weiterbildungsangebote für Führungskräfte zielen darum auf die Sensibilisierung für das Thema Gesundheit und auf die Stärkung der Gesundheitskompetenz ab. Entsprechende Angebote und Qualifizierungen zum Thema gesunde Führung finden Sie unter Angebote Führung & Team

Für die Auswahl zielorientierter Angebote und Maßnahmen können Mitarbeitergespräche wie das Januargespräch oder der Leistungs- und Entwicklungsdialog (L&E-Dialog) genutzt werden, die Sie auf dieser Seite anfordern können. Im Januargespräch können gemeinsam mit dem Team Maßnahmen zur Verbesserung der Führung und der Zusammenarbeit erarbeitet werden. Der L&E-Dialog liefert Hinweise darauf, wo Weiterbildungsbedarf besteht, und welche unterstützenden Maßnahmen zur Sicherung von Gesundheit und Leistungsfähigkeit veranlasst werden können. 

Zusammenhang Weiterbildung und Gesundheit

Neben der Entwicklung von Gesundheitskompetenz ist die gezielte Weiterbildung und Qualifikation der Mitarbeiter ein wichtiger Aspekt. Unter- oder Überforderung können sowohl Stress und psychische Beschwerden als auch psychosomatische Krankheitsbilder hervorrufen.
Persönliche Entwicklungsmöglichkeiten und ein erweitertes Einsatzgebiet tragen dazu bei, dass Mitarbeiter motivierter, zufriedener und leistungsfähiger werden und ihnen neue Verantwortlichkeiten übertragen werden können. Weiterbildungsmöglichkeiten haben damit auch einen positiven Effekt auf die Gesundheit.